Frank Pfeil (der neue Projektleiter für das neue Bravo-Programm) stellt sich vor.

Mein Name ist Frank Pfeil und ich bin der Projektleiter für das Bravo Projekt hier im Hause ACC Columbia Jet Service. Die Firma Gomolzig Aircraft Services, welche Ihnen bereits bekannt ist, ist nun eine 100 % Tochter der ACC.
Seit 1983 bin ich in der Fliegerei als Pilot im Segel- und Motorflug und auch als Avionik-Prüfer Klasse1/B2 tätig. Wie es scheint, sind meine Flugzeuge wohl immer mit der Schweiz verbunden. Mein erstes eigenes Flugzeug war eine Piper L-4H (J-3C) und ist die ehemalige HB-OSR, welche seit 1965 in Deutschland als D-EMYL fliegt. Der zweite Flieger war eine Piper PA-22 Tri Pacer, die früher als HB-OSS in der Schweiz unterwegs war. Nun betreue ich das Projekt „Bravos New Generation“ bei ACC Columbia, welches seinen Ursprung ebenfalls in der Schweiz hat. Die Bravo ist ein sehr schicker, agiler, vielseitiger und nun auch moderner Flieger, Ihre Begeisterung für dieses Flugzeug teile ich voll und ganz.
Das Projekt der „Bravo New Generation“ begann mit einer ersten ungeplanten Besichtigung der Rohbau Rümpfe und Flügel im September 2018 am Flugplatz in Eisenach beim Besuch der Ausstellung „Avieur 2018“. Dabei entstanden die ersten kühnen Ideen das Bravo Projekt wieder zum Leben zu erwecken. Aus Ideen ist ein Projekt geworden, bei welchem ich seit Mai 2019 Projektleiter bin. Der erste Teil des Projektes war die bereits vorhandenen Bravos fertig zu stellen und natürlich dabei die aktuellen Anforderungen und technischen Entwicklungen zu berücksichtigen.
Am Anfang des Projektes stand viel Recherche, denn leider ist die Bravo bis dato in Deutschland kaum bekannt. Es gibt auch noch kein LBA Kennblatt. Dagegen konnten mir Freunde in Europa schon wesentlich mehr über die Bravos berichten. In der Schweiz und in UK waren die Piloten voll des Lobes über den Flieger und auch Freunde in Frankreich und Tschechien kennen das Flugzeug. Das ist doch schon mal ein Anfang. Ziel ist es auf alle Fälle diesen tollen Flieger in Deutschland und auch über die Grenzen hinaus bekannt bzw. bekannter zu machen. Wir freuen uns, über jede Unterstützung, die wir von Freunden der Bravo erhalten.
Der praktische Umbau begann mit drei gebrauchten Flugzeugen AS202 Bravo, welche in Eisenach standen, allerdings in einem nicht flugfähigen Zustand und zwei Prototypen. Die drei gebrauchten Flieger waren teilweise zerlegt und absolut nicht verkaufsfähig. Die Lackierung noch Original von 1988 mit rot-orangen Streifen, im Cockpit ein Uhrenladen und eine Innenausstattung wie von Großmutter. Diese drei Flieger haben wir notdürftig zusammengebaut und mit einer Permit-to-Fly nach Hannover zum Firmenhauptsitz überführt. Dann begann die Grundüberholung der drei Bravos. Da wir die künftigen Kunden unserer Bravos noch nicht kennen, haben wir versucht alle technischen Möglichkeiten darzustellen, d.h. von der einfachen VFR-Basic Ausrüstung bis hin zur IFR-Ausstattung mit TCAS und WX-500.
Diese drei ersten Flugzeuge wollen wir als Demonstrator verwenden, daher haben sie ein paar Modifikationen, die alle Drei haben, wie einen Dreiblattpropeller, 28V Bordnetz und LED-Lichter. Der Unterschied besteht in der Avionikausrüstung und der Innenausstattung.
+Dann noch ein paar persönliche Gedanken zu all den Modifikationen. Wir haben uns entschlossen alle Flieger auf ein Bordnetz mit 28 Volt umzubauen. Der Gedanke dabei ist natürlich die Reduzierung der Höhe der elektrischen Last und auch die Tatsache, dass man mit dem originalen Außenbordstecker an vielen Flugplätzen auch einen Fremdstart mit 28 Volt ermöglicht. Der neue Propeller ist ein Dreiblatt Propeller von MT aus Straubingen. Ich verspreche mir davon, zusammen mit der neuen Abgasanlage mit Schalldämpfer ein leiseres Flugzeug, da wir alle mit dem Problem des Fluglärms zu kämpfen haben.
Bei den Modifikationen in der Avionik hat der erste Demonstrator eine IFR Ausstattung für zwei Piloten erhalten. Ob jemand ernsthaft IFR mit einer Bravo fliegt in verschärften IMC Bedingungen, sei vielleicht mal dahingestellt. Da ich aber selbst ein IR Rating habe, weiß ich die Ausrüstung zu schätzen, um bei bestimmten Wetterlagen doch noch nach Hause zu kommen. Der zweite Flieger hat eine VFR „Plus“ Ausrüstung für Reisen durch das Land oder Europa. Ein paar Dinge wie die Displays und das Funkgerät sind zweifach vorhanden, um bei Ausflügen ein Backup zu haben. Uns war es wichtig, den Flieger flexibel nachrüsten zu können, da man sich als Pilot im Laufe seiner fliegerischen Laufbahn oft weiterentwickelt und z.B. ein CPL und IR Rating hinzukommt. D.h. die VFR Plus Version ist auf IFR nachrüstbar.
Der dritte Flieger hat eine einfache VFR Basic Ausrüstung. Dabei habe ich an Vereine, Flugschulen und Haltergemeinschaften gedacht. Denn das Flugzeug ist in seiner Auslegung ein ideales Schulflugzeug. Auch diese Variante kann natürlich entsprechend nachgerüstet werden.

In der Sektion Dokumenten-Archiv haben wir ein wunderschönes PDF geschaltet mit sehr viele interessanten Informationen. Siehe: AS-202 Bravo-New-Generation-1